KombiNE13.jpgKombiNE4.jpgKombiNE9.jpgKombiNE1.jpgKombiNE15.jpgKombiNE10.jpgKombiNE2.jpgKombiNE12.jpgKombiNE3.jpgKombiNE7.jpgKombiNE8.jpgKombiNE6.jpgKombiNE11.jpgKombiNE5.jpgKombiNE14.jpg

Biomasseöfen für Pferdemist

Magdeburger projektieren Biomasseöfen
Aus Pferdemist werden Wärme und Strom erzeugt
Von Bettina Koch

Magdeburg. Die Luko GmbH in Magdeburg startet mit Biomasseöfen auf den Markt, die nicht nur Grünschnitt oder Stroh verbrennen können, sondern auch Pferdemist. Brenngut mit bis zu 50 Prozent Feuchte könne dank spezieller Kesselkonzeption verwertet werden, sagte Geschäftsführer Udo Schmidt.

Projektiert und vertrieben werden die Anlagen am Standort Magdeburg, gebaut werden die Öfen in Thüringen. Ein Biomasseofen für eine Reitanlage in Siegen (Nordrein-Westfalen) mit 150 Pferden soll im April fertig sein, informierte Schmidt. Eine Pilotanlage stehe bei Münster. In Vietnam seien Kontakte angebahnt. Premierminister Nguyen Tan Dung habe sein Interesse an der kreislaufgünstigen Energieerzeugung bekundet. "Die Kompetenz Deutschlands im Bereich der erneuerbaren Energien wird in Vietnam sehr hoch geschätzt", betonte der Luko-Chef. In diesem Jahr will Luko zehn Anlagen verkaufen, 20 weitere könnten mit Hilfe von Finanzierungsmodellen entstehen, hofft Schmidt. In Deutschland sieht er enormes Potenzial: Es gibt rund eine Million Pferde und Ponys. 1,6 Millionen Tonnen Futtergetreide und 1,8 Millionen Tonnen Stroh und Heu werden jährlich für ihre Fütterung gebraucht. Mehr als 9 Millionen Tonnen Pferdemist fallen an. Doch wohin damit? Was früher der Kleingärtner freudig untergrub, damit seine Erdbeerpflanzen im Folgejahr ordentlich Früchte trugen, ist heute oft ein Entsorgungsproblem. Für Gülle aus Schweinemastanlagen und Rinderställen gibt es Biogasanlagen, für Reiterhöfe könnte der eigene Biomasseofen die Lösung sein: Der täglich anfallende Mist auf Stroheinstreu wird ohne Vortrocknung auf den Schredder gebracht, dann ins Zwischensilo transportiert und von da aus dem Heizkessel zugeführt. Der Rohstoff wird verbrannt, Wärme erzeugt, und die anfallende Asche steht als Dünger zur Verfügung. Mit Hilfe eines Niedertemperaturerzeugungsbausteins kann zusätzlich Strom erzeugt werden. Das Modul sieht laut Schmidt wie ein Kühlschrank mit aufgesetztem Tiefkühlteil aus. Wärme aus dem Prozesskreislauf wird genutzt, um das flüssige Kühlmittel im Innern der Anlage zu verdampfen und Druck zu erzeugen. Dieser entspannt sich über einer Mikroturbine, die einen Generator antreibt und Strom erzeugt. Das Kühlmittel kondensiert und wird zurückgeführt. Seit 2009 steht Pferdemist (von Nutztieren) auf der NawaRo-Positivliste (Nachwachsende Rohstoffe). Mit der Einspeisevergütung wird ein Bonus gezahlt.

 

(Artikel in der Volksstimme vom 1.2.2011)

Joomla templates by a4joomla